Schulprogramm des Leoninum


Schulische Krisenintervention


Geplantes Krisenmanagement versus ungeplante Reaktion (Karl -J. Bußmann)


Es gibt Ereignisse, die das Schulleben durchbrechen, die Alltagsroutine in Frage stellen und gewohnte Abläufe durcheinander bringen: plötzliche Todesfälle von Schülern oder Eltern, plötzlich freiwerdende massive Gewalt, Bedrohungssituationen, Todesfälle von aktiven Lehrern oder Mitarbeitern der Schule. Solche Ereignisse erschüttern Lehrer, Schüler und Eltern gleichermaßen.

Am Leoninum und dort wesentlich in der Schulleitung und Schulpastoral beschäftigen wir uns seit den Ereignissen von Erfurt mit diesem Thema und haben in regelmäßigen Fortbildungen konkrete Handlungsschritte erarbeitet. Noch vor dem Amoklauf von Winnenden sind wir Mitglied im Verein Sinus – Schulische Krisenintervention e. V. geworden, der uns als Schule durch gezielte Fortbildungsprogramme unterstützt.


Leitfrage:

Wie kann sich Schule auf eine Krisensituation vorbereiten?

Maximen:

- Schule muss eigene Möglichkeiten der Krisenbewältigung nutzen

- Ergänzung vorhandener Kräfte durch Hilfe von außen

- Sicherung einer langfristigen Zusammenarbeit

1. Ziele schulischer Krisenintervention:

- Wiederherstellung eines geordneten Schulbetriebs


- Wiederherstellung einer Lernumgebung

- Wege der Bewältigung des Ereignisses aufweisen

- Sicherheit und Ordnung repräsentieren

- Unterstützung für betroffene Schüler, Eltern und Lehrer organisieren

2. Elemente des Krisenmanagements:

2.1. Prävention

- Entwicklung eines schulinternen Krisenplans

- Besetzung eines schulinternen Krisenteams

- Schaffung eines „ Hilfeleistungspools“

- Fallbesprechungen mit dem Krisenteam

- Kontaktgespräche zu möglichen Partnern für die Krisenintervention

- Zusammenstellung in einer Checkliste festhalten („Krisenkiste“)


2.2. Intervention

- Mobilisierung der nötigen Ressourcen

- Krisenplan anpassen und ausführen

- Fortlaufende Erfolgskontrolle der Krisenintervention

2.3. Postvention

- Organisation der langfristigen Nachsorge

- Rückkehr zur schulischen Normalität

- Risikoschüler (Postvention als Praevention)

- langfristige Nachsorge: Gottesdienste, Gedenkorte etc.

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