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Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats November

Stefan George (1868-1933) Sprich nicht immer… Sprich nicht immer Von dem laub · Windes raub · Vom zerschellen Reifer quitten · Von den tritten Der vernichter Spät im jahr. Von dem zittern Der libellen In gewittern Und der lichter Deren flimmer Wandelbar. (Heinz Koops)

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Oktober

Gotthold Ephraim Lessing: Hamburgische   Dramaturgie (1767) In der Hamburgischen Dramaturgie versucht Gotthold Ephraim Lessing – seine Gedanken aus dem Briefwechsel über das Trauerspiel fortführend – das Mitleiden als erste Wirkung der Tragödie festzuschreiben. Mitleid kann

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats September

Hermann Hesse: Höhe des Sommers (1933) Das Blau der Ferne klärt sich schon Vergeistigt und gelichtet Zu jenem süßen Zauberton, Den nur September dichtet. Der reife Sommer über Nacht Will sich zum Feste färben, Da alles in Vollendung lacht Und willig ist zu sterben. Entreiß dich, Seele nun der

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats

Johann Wolfang Goethe: Die Leiden des jungen Werther Am 10. Mai Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Juli

Johann Wolfgang von Goethe: Gefunden (1813) Ich ging im Walde So für mich hin, Und nichts zu suchen, Das war mein Sinn. Im Schatten sah ich Ein Blümchen stehn, Wie Sterne leuchtend, Wie Äuglein schön. Ich wollt es brechen, Da sagt es fein: Soll ich zum Welken Gebrochen sein? Ich grub’s mit allen

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Juni

Jan Wagner: hamburg – berlin der zug hielt mitten auf der strecke. draußen hörte man auf an der kurbel zu drehen: das land lag still wie ein bild vorm dritten schlag des auktionators. ein dorf mit dem rücken zum tag. in gruppen die bäume mit dunklen kapuzen. rechteckige felder, die karten eines

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Mai

Bertolt Brecht: Das Lob Als Herr K. hörte, daß er von früheren Schülern gelobt wurde, sagte er: „Nachdem die Schüler schon längst die Fehler des Meisters vergessen haben, erinnert er selbst sich noch immer daran.“ (Heinz Koops)

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats April

Erich Kästner: Kurzgefasster Lebenslauf (1930) Wer nicht zur Welt kommt, hat nicht viel verloren. Er sitzt im All auf einem Baum und lacht. Ich wurde seinerzeit als Kind geboren, eh ich’s gedacht. Die Schule, wo ich viel vergessen habe, bestritt seitdem den grössten Teil der Zeit. Ich war

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats März

Gotthold Ephraim Lessing: Emilia Galotti (1772) Zweiter Aufzug, 4. Auftritt Odoardo. Sie bleibt mir zu lang aus– Claudia. Noch einen Augenblick, Odoardo! Es würde sie schmerzen, deines Anblicks so zu verfehlen. Odoardo. Ich muß auch bei dem Grafen noch einsprechen. Kaum kann ich’s

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Februar

Rainer Maria Rilke: Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort. Sie sprechen alles so deutlich aus: Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus, und hier ist Beginn und das Ende ist dort. Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott, sie wissen alles, was wird