Archiv des Autors: FB-Deutsch

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Juli

Georg Britting: Die Raubritter Zwischen Kraut und grünen Stangen Jungen Schilfes steht der Hecht. Mit Unholdsaugen im Kopf, dem langen, Der Herr der Fische und Wasserschlangen, Mit Kiefern gewaltig wie Eisenzangen, Gestachelt die Flossen: Raubtiergeschlecht. Unbeweglich, uralt , aus Metall,

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Juni

Hilde Domin UnaufhaltsamDas eigene Wort, wer holt es zurück, das lebendige, eben noch ungesprochene Wort? wo das Wort vorbeifliegt, verdorren die Graser, werden die Blatter gelb, fallt Schnee. Ein Vogel käme dir wieder. Nicht dein Wort, das eben noch ungesagte, in deinen Mund. Du schickst andere

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Mai

Bertolt Brecht: DIE MORITAT VON MACKIE MESSER (aus: Dreigroschenoper) 1. Und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht und Macheath, der hat ein Messer, doch das Messer sieht man nicht. 2. Ach, es sind des Haifischs Flossen Rot, wenn dieser Blut vergiesst! Mackie Messer trägt ’nen

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats April

Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Vergänglichkeit der Schönheit (1695) Es wird der bleiche Tod mit seiner kalten Hand Dir endlich mit der Zeit um deine Brüste streichen Der liebliche Corall der Lippen wird verbleichen; Der Schultern warmer Schnee wird werden kalter Sand Der Augen süsser

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats März

Reiner Kunze: Ethik (1966) Im mittelpunkt steht der mensch Nicht der einzelne (Heinz Koops)

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Februar

Julia Franck: Streuselschnecke  (2000) Der Anruf kam, als ich vierzehn war. Ich wohnte seit einem Jahr nicht mehr bei meiner Mutter und meinen Schwestern, sondern bei Freunden in Berlin. Eine fremde Stimme meldete sich, der Mann nannte seinen Namen, sagte mir, er lebe in Berlin, und fragte, ob ich

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Januar

Erich Kästner: Stiller Besuch Jüngst war seine Mutter zu Besuch. Doch sie konnte nur zwei Tage bleiben. Und sie müsse Ansichtskarten schreiben. Und er las in einem dicken Buch. Freilich war er nicht sehr aufmerksam. Er betrachtete die Autobusse und die goldnen Pavillons am Flusse und den Dampfer,

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Dezember

Bertolt Brecht: WENN HERR K. EINEN MENSCHEN LIEBTE ,Was tun Sie‘, wurde Herr K. gefragt, ,wenn Sie einen Menschen lieben?‘ ,Ich mache einen Entwurf von ihm‘, sagte Herr K., und sorge, dass er ihm ähnlich wird.‘ Wer?  Der Entwurf?‘ ,Nein‘, sagte Herr K., der

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats November

Stefan George (1868-1933) Sprich nicht immer… Sprich nicht immer Von dem laub · Windes raub · Vom zerschellen Reifer quitten · Von den tritten Der vernichter Spät im jahr. Von dem zittern Der libellen In gewittern Und der lichter Deren flimmer Wandelbar. (Heinz Koops)

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Oktober

Gotthold Ephraim Lessing: Hamburgische   Dramaturgie (1767) In der Hamburgischen Dramaturgie versucht Gotthold Ephraim Lessing – seine Gedanken aus dem Briefwechsel über das Trauerspiel fortführend – das Mitleiden als erste Wirkung der Tragödie festzuschreiben. Mitleid kann