„Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen“

Wenn sich am kommenden Freitag das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jährt, dann wird am Handruper Gymnasium Leoninum in besonderer Weise an dieses historische Ereignis erinnert: Der 9. November ist ein geschichtsträchtiges Datum für die Deutschen, da an ihm nicht nur der Erste Weltkrieg endete und eine deutsche Republik ausgerufen wurde, sondern 1923 der Hitler-Ludendorff-Putsch in München scheiterte, 1938 mit dem Brand zahlreicher jüdischer Synagogen die nationalsozialistischen Pogrome ihren Höhepunkt erreichten und 1989 die friedliche Revolution in der DDR zum Fall der Berliner Mauer führte. Doch wie soll man mit diesem „schwierigen“ Datum umgehen?

Da diese Ereignisse noch nicht Thema im Geschichtsunterricht der Jahrgänge 6 – 9 waren, informieren wir die Schülerinnen und Schüler dieser Jahrgänge in der Aula. Ein Geschichtskurs des 12. Jahrgangs hat in den vergangenen Wochen eine Präsentation erarbeit, die sich der verschiedenen Ereignisse und Facetten dieses Tages in Text und Bild annimmt. Schwerpunkte sind dabei auch die Heimatgeschichte, wenn etwa ein eingespieltes Video die Geschichte des im Ersten Weltkrieg gefallenen Lingener Soldaten Heinrich Lagemann zeigt, und die Erinnerungskultur, wenn auf den Umgang mit der Geschichte zu unterschiedlichen Zeiten und in anderen Ländern eingegangen wird.

Aus der besonderen deutschen Geschichte erwächst auch eine besondere Verantwortung für die Zukunft. Deshalb leitet sich der Titel der Veranstaltung von einem slawischen Sprichwort ab: „Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen, es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.“ Die Kenntnis der Geschichte soll helfen, die Gegenwart zu verstehen und eine friedliche Zukunft zu erreichen.

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