Beeindruckender Geschichtsunterricht

Am vorigen Dienstag besuchten fünf polnische KZ-Überlebende, die sich auf Einladung des Maximilian-Kolbe-Werkes in Deutschland aufhielten, das Gymnasium Leoninum, um dort in jeweils einer Doppelstunde fünf Schülergruppen von ihren leidvollen Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Gräueltaten in Polen zu berichten.

Möglich wurde diese eindrucksvolle Veranstaltung auf Vermittlung des Lingener Ludwig-Windthorst-Hauses. Allen Beteiligten – und dazu gehören natürlich auch die Dolmetscher – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter Herrn Hanneken und P. Kreutzmann vom Herz-Jesu-Kloster berichteten Frau Krystyna Budnicka, Frau Maria Stroinska, Frau Urszula Koperska, Frau Josefa Posch-Kotyrba und Frau Irena Szczurek in den Schülergruppen über ihre persönlichen Erlebnisse als Häftlinge in Auschwitz oder Bewohner des Warschauer Ghettos.

 

Diese Art von Geschichtsunterricht kann kein Buch, kein Film und kein Geschichtslehrer leisten! Die Betroffenheit der Zuhörer spiegelte sich auch in manchen Fragen und Gesprächen. Bewundernswert, wie die fünf über 80-jährigen Zeitzeuginnen mit ihrer Geschichte gegenüber den deutschen Jugendlichen umgingen! Sie alle haben viele Familienangehörige sowie Hab und Gut im Zweiten Weltkrieg verloren. „Ich setze meinen Eltern und meinem Bruder, die kein Grab haben, an dem ich stehen kann, mit meiner Erzählung ein Denkmal.“ erklärte eine Zeitzeugin ihre Motivation.

Bleibt nur zu hoffen, dass es auch im kommenden Schuljahr wieder die Möglichkeit geben wird, Zeitzeug(inn)en ans Gymnasium Leoninum einzuladen.

 

 

 

 

 

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