"Ick kieke, staune, wundre mir[…]"

So oder so ähnlich werden die rund 150 Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs wohl die diesjährige, sehr komfortable Berlinfahrt umschreiben, die von Montag, den 12. Februar, bis Freitag, den 16. Februar, stattfand. Denn neben dem abwechslungsreichen Programm, das u.a. eine Stadtrundfahrt in Berliner Mundart, den Besuch der repräsentativen Residenz- und Garnisonsstadt Potsdam, sehr emotionalen Führungen im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen und die Besichtigung der beeindruckenden Bunkeranlage in Zossen beinhaltete, waren es v.a. die unzähligen Menschen, die z.T. prekären Lebenssituationen und die ungewohnten kulinarischen Möglichkeiten, die die Schüler in dieser Woche gleichermaßen bestürzten und faszinierten. Nachfolgend finden sich daher einige gereimte Impressionen der Berlinfahrt aus Schülersicht der Klasse 10c.

Sieben Uhr Abfahrt, alle sind aufgeregt, denn es geht los.

Berlin ist für die meisten Neuland

Und ziemlich groß.

So groß, wie keine andere Stadt in Deutschland.


Sechs Stunden später, wir sind da. Es gibt viel zu sehn

und die, die nicht da waren, werden den Kontrast nicht verstehn.

Sie fragen, welcher Kontrast das wär?

Es ist der Kontrast von ländlichem Morast zu städtischem Teer.


Berlin ist anders als das Leben zu Hause.

Berlin ist Verkehrschaos ohne Pause,

Berlin ist stundenlang in Schlangen stehn

Und Angst haben, bei Grün über die Ampel zu gehn.


Berlin ist, über die Straßen gehen in Herden,

Im Stasigefängnis angeschrien werden.

Berlin ist Muskelkater vom langen Stehen

Und sich tausend Mal auf der harten Matratze drehen.


Berlin ist Raumaufteilung nach Klasse und Geschlecht.

Berlin ist Graffiti auf jeder Wand

Und unterbezahlten Arbeitskräften mit Essensflyern in der Hand.

Berlin war eigentlich gar nicht so schlecht.
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