Impuls zur Fastenzeit - Woche 2 - Freiheit

Eine stachelige Raupe sprach zu sich selbst:
Was man ist, das ist man.
Man muss annehmen, wie man ist,
mit Haut und Haaren.
Was zählt, ist das Faktische.
Alles andere sind Träume.
Meine Lebenserfahrung lässt keinen anderen Schluss zu:
Niemand kann aus seiner Haut.

Als die Raupe das gesagt hatte, flog neben ihr ein Schmetterling auf.
Es war, als ob Gott gelächelt hatte.

(Lindolfo Weingärtner)

 
„Mach blau“, sagte eines Morgens Gott.
„Tut mir leid, das geht nicht“, antwortest du. „Ich muss den Boden wischen. Die Wäsche waschen. Ich muss die Akten fertig machen, das Mittagessen kochen, die Kinder zum Reiten bringen. Margarethe anrufen. Ich muss abnehmen, einkaufen, meine Beziehung überdenken, die Geburtstagseinladungen verschicken, arbeiten, schlafen, mich kümmern. Ich muss noch so viel tun.“
Gott erbleicht. „Hatte ich dich nicht aus der Sklaverei befreit?“ Forschend fragt er: „Wer befiehlt dir?“ Du beginnst zu Stottern: „Niemand, jedenfalls nicht so direkt. Was du dir immer denkst. So ist es halt… das Leben“

(Susanne Niemeyer)

Was nimmt dich gefangen?

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