Jährlich rund 15.000 Tonnen Müll - Seminarfachschüler sammelten Müll an der B 214 bei Freren

Rund zehn Millionen Euro kostet jedes Jahr die Entsorgung des Mülls, der in Niedersachsen an den Autobahnen sowie den Bundes- und Landesstraßen gesammelt wird. An der Ortsumgehung Freren-Thuine ist in nächster Zeit keine Reinigung nötig: Schüler vom Gymnasium Leoninum sammelten an ihrem ersten Ferientag tütenweise Unrat ein. 

Rund 15 000 Tonnen Müll kommen jedes Jahr an den Autobahnen sowie den Bundes- und Landesstraßen allein in Niedersachsen zusammen. „Der meiste Müll liegt im Bereich der Parkplätze. Aber auch direkt an den Straßen werfen viele Menschen ihren Müll anscheinend gedankenlos aus dem Auto. Und nur rund 30 Prozent dieses Müll sind typische Reiseabfälle“, erklärte der Leiter der Lingener Geschäftsstelle der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Klaus Haberland. Er hatte es sich am Samstagmittag nicht nehmen lassen, sich persönlich bei den Elftklässlern vom Leoninum zu bedanken, die im Rahmen ihres Seminarfaches „Global views – ein neuer Blick auf unsere Welt“ zwar weltweite Probleme beleuchten, aber auf freiwilliger Basis auch lokal etwas tun wollten.

Weltweit Missstände kennenlernen – und lokal handeln: Unter diesem Motto nutzten die Teilnehmer des Seminarfaches „Global views – ein neuer Blick auf unsere Welt“ am Gymnasium Leoninum und ihr Lehrer Paul Wöste ihren ersten Ferientag, um am vergangenen Samstag an der B 214 zwischen Thuine und Freren Müll zu sammeln. (Foto und Text: Carsten van Bevern, Lingener Tagespost v.  26.03.2012)

„Unser Lehrer hatte die Idee, vor Ort etwas Praktisches zu tun, und es wollten sofort alle mitmachen“, erklärte der 17-jährige Schüler Johannes Mohs aus Schwagstorf – obschon die Aktion am vergangenen Samstagvormittag, und damit am ersten Tag der Osterferien stattfand. Um 9 Uhr trafen sich alle Schüler an der Ortsumgehung Freren-Thuine.

Mit Tüten und Müllgreifern ausgerüstet, wurde anschließend der Seitenraum der Bundesstraße nach Müll abgesucht. Tüte auf Tüte füllte sich mit Flaschen, Papierfetzen, Dosen – auch ein abgenutzter Reifen sowie ein noch volles Glas mit eingelegten Kirschen wurden gefunden. Weiterhin fanden die Schüler eine Geldbörse mit Scheckkarte und Ausweispapieren eines in der Nähe wohnenden Gastronomen.

Laut Haberland keine ungewöhnlichen Funde: „Viele Bürger scheinen an Straßen und auf Rastplätzen regelrecht ihren ansonsten kostenpflichtigen Bauschutt, Sperrmüll oder auch Altfette zu entsorgen. Vor ein paar Jahren haben wir im nördlichen Emsland auch einmal eine Kühltruhe voll mit Schlachtabfällen gefunden und entsorgen müssen.“

Seit 1999 muss dabei auch die Straßenbaubehörde Gebühren für die Entsorgung bezahlen. Die Reinigung der Straßenräume wird dabei von Galabau-Unternehmen oder ähnlichen Firmen durchgeführt. „Unsere Behörde kann das rein personell nicht mehr schaffen“, erklärte Haberland, der sich über die „verantwortungsvolle Aufgabe“ der Schüler daher auch sehr freute.

Die Mülltüten wurden anschließend auf einen Hänger gepackt, der in den nächsten Wochen an der B 214 vorbeikommende Autofahrer mahnen soll, ihren Müll nicht in freier Natur zu entsorgen.

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