Mariana Kuzmina im “Handruper Forum”

„Russland war immer ein verlässlicher Partner“
Mariana Kuzmina von der Gazprom referierte in Handrup

Zur Referentin:
Mariana Kuzmina, GAZPROM Germania GmbH

„Sind die Energieleitungen zwischen Russland und Europa Verbindungen, die zusammenführen, uns sicher befestigen oder fesseln?“ Diese Frage stellte Franz-Josef Hanneken, Schulleiter des Gymnasiums Leoninum, in seiner Einleitung zum mittlerweile 20. Handruper Forum. Für Mariana Kuzmina von der Gazprom Germania gab es darauf nur eine Antwort: „Russland war in den letzten 35 Jahren immer ein verlässlicher Partner.“


Über die „Energiegroßmacht Russland“ referierte Mariana Kuzmina von der Gazprom Germania im Rahmen des Handruper Forums. Das Foto zeigt sie zusammen mit dem Schulleiter des Gymnasiums Leoninum, Franz-Josef Hanneken (links), und seinem Stellvertreter und Organisator der Veranstaltung Paul Wöste.

„Ein politisches Thema von globalem Ausmaß“, habe man für das vom stellvertretenden Schulleiter Paul Wöste organisierte Forum gewählt, erklärte Hanneken und verwies auf die Schlüsselwörter „Energie und Abhängigkeit, Europa und Russland“. Allein der Firmenname „Gazprom“ sei „aufgrund seines Bekanntheitsgrades schon geeignet, die Hoffnungen und Befürchtungen Europas zu benennen.“

Als unbegründet wies Mariana Kuzmina, Assistentin der Geschäftsführung der Gazprom Germania, in ihrem Vortrag Befürchtungen zurück, Russland könne dem Westen eines Tages „den Gashahn zudrehen“. Für den weltgrößten Erdgasförderer Gazprom sei „Europa der wichtigste Markt“. Eine solche Entscheidung wäre somit allein schon aus unternehmerischer Sicht „absolut schädlich“, betonte die Referentin. Dass Deutschland in den nächsten Jahren auf Erdgaslieferungen aus Russland, wo immerhin über ein Viertel der weltweiten Erdgasvorräte lagerten, angewiesen sein werde, stand für Frau Kuzmina außer Frage. So importiere die Bundesrepublik derzeit 34 % ihres Gasbedarfs aus Russland. Dieser Anteil werde sowohl wegen des größer werdenden Bedarfs steigen als auch wegen der Tatsache, dass die anderen Exporteure wie Großbritannien oder die Niederlande ihre Lieferungen reduzieren müssten. Es sei aber verfehlt, aus dieser Konstellation den Rückschluss zu ziehen, dass sich der Westen damit in die Abhängigkeit Russlands begebe. Statt von „Dependenz“ solle man lieber von „Interdependenz“ reden, denn 20 % des russischen Haushaltes würden durch Erdgasexporte gedeckt. So sei auch vom politischen Standpunkt aus betrachtet eine einseitige Kündigung der Lieferverträge nicht denkbar, unterstrich Frau Kuzmina. Im Gegenteil, die geplante Ostseepipeline solle die Deckung des Bedarfs gewährleisten und gleichzeitig auch die Liefersicherheit erhöhen. Dass es sich bei Gazprom um ein staatliches Unternehmen handele, sei diesen Zielen nicht abträglich, unterstrich die Rednerin. Man messe hier mit zweierlei Maß, beklagte sie und verwies auf norwegische und französische Staatsunternehmen, deren Status als unproblematisch angesehen werde.

Optimistisch äußerte sich Frau Kuzmina hinsichtlich der zukünftigen Energierohstoffgewinnung. Man dürfe nicht nur die Reserven, also die gegenwärtig erfassten und mit technischen Mitteln auch gewinnbaren Energieträger, im Blick haben, sondern müsse auch die Ressourcen berücksichtigen. Diese umfassten sowohl die nachgewiesenen, aber noch nicht abbaubaren als auch die noch nicht nachgewiesenen, aber dennoch erwarteten Rohstoffvorkommen.

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